Es gibt viele Möglichkeiten, sich in der Kirche zu engagieren! Mehr Infos
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Und hier ist der Text zum Nachlesen:
Geburtstagsfeiern
Kürzlich hatte ich Geburtstag und durfte meinen mittlerweile 32. Geburtstag feiern.
Naja, was heißt feiern – die legendären Partynächte in verrauchten Discotheken, gepaart mit dem einen oder anderen Gläschen Vodka inmitten von tanzenden Freunden und Bekannten habe ich mittlerweile gegen beschauliche Stunden im Kreise meiner Familie und vielleicht noch als Draufgabe mit einem Essen mit den engsten Freunden ausgetauscht.
Aber warum eigentlich? Wann und warum habe ich aufgehört meinen Geburtstag so zu zelebrieren als wäre es der wichtigste Tag des Jahres?
Okay, das Alter erscheint einem vielleicht irgendwann nicht mehr erwähnenswert, aber wäre es denn nicht jedes Jahr erneut ein Anlass um zu feiern, dass man überhaupt noch Geburtstag haben darf? Immer wieder hört man von schrecklichen Schicksalen die einem selbst im nächsten Augenblick wiederfahren könnten – völlig unabhängig vom Alter oder dem eigenen Lebensstil.
Deshalb werde ich in Zukunft meinen Geburtstag wieder zelebrieren – womöglich mit weniger Zigaretten und Wein statt Vodka, aber inmitten meiner Liebsten und mit richtig guter Musik.
Geburtstagsfreuden
Wenn ich meiner Nichte Linda zuhöre, wird mir bewusst wie wichtig Kindern eigentlich das Älterwerden ist. Im Jahr bevor sie ihren 7. Geburtstag gefeiert hat, drehte sich kaum ein Gespräch um etwas anderes als diesen besonderen Geburtstag. Natürlich – mit diesem Geburtstag ging auch ihre Einschulung einher, was dem Ganzen den Extra-Touch an Besonderheit verlieh. Dennoch ist mir in dieser Zeit aufgefallen, dass es bei mir damals genau gleich war.
Mit 10 durfte ich den Radlführerschein machen, mit 15 zum ersten Mal mit Freundinnen einen Maturaball besuchen, mit 17 mit dem Führerscheinkurs beginnen und schließlich war der 18. Geburtstag sowieso das absolute Highlight. Nicht nur haben sich jegliche Türen in sämtliche Discotheken mit diesem Tag quasi von selbst geöffnet, sondern es stand auch die Matura bevor, die mir – wie mir damals schien – die Welt zu Füßen legen wird. Ein paar Jahre später musste ich ernüchtert feststellen, dass mit dem Schulabschluss auch sämtliche Dinge präsent werden, die mit dem manchmal doch öden Erwachsenendasein einhergehen. Irgendwie nutzt sich also die Vorfreude auf Geburtstage mit dem Älterwerden ab – aber egal, ich lasse Linda, meiner Nichte, die Freude und freu‘ mich mit ihr gemeinsam jetzt erst Mal auf den Radlführerschein.
Der Lauf der Zeit
Ich weiß ja nicht wie es Ihnen geht, aber mittlerweile werde ich wehmütig, wenn ich ans Älterwerden denke. Gar nicht nur auf mein eigenes Alter bezogen, sondern wenn ich an die wichtigsten Menschen um mich herum denke.
Sehe ich wie mein Neffe Lorenz bereits 5 Kerzen auf seiner Geburtstagstorte ausbläst fallen mir Szenen ein in denen er noch mühsam durch Haus krabbelte, weil das Gehen noch ein ferner Wunsch war. Erzählt mir meine Nichte Linda von den Vorbereitungen für ihre nächste Geburtstagsfeier, zu der plötzlich Freundinnen und Freunde eingeladen sind, denke ich sofort an ihren 3. Geburtstag an dem sie in kindlicher Inbrunst das Lied „Do you“ gesungen hat, weil der englische Geburtstags-Klassiker ihre damaligen Sprachkenntnisse bei weitem überstieg.
Klar, ich bin keine Mama und trotzdem weiß ich jetzt als Tante was es bedeutet, wenn Leute immer sagen, dass man erst an Kindern sieht wie schnell die Zeit eigentlich wirklich vergeht.
Deshalb versuche ich die Kindergeburtstage meiner Nichte und meines Neffen noch so gut es geht mit zu zelebrieren, bevor ich vermutlich zu uncool werde um an den Parties teilzunehmen.
Wobei - als Tante hat man hier dann doch immer noch bessere Karten als die jeweiligen Eltern.
Erinnerungen aus der Vergangenheit
Nachdem mein Papa bereits den 70. Geburtstag hinter sich gebracht hat und meine Mama mittlerweile darauf zusteuert, wird mir immer mehr bewusst wie sehr die Zeit eigentlich rennt. Natürlich weiß man ob der Lebenserwartung in unseren Breitengraden und dennoch spüre ich, wie in meinem Kopf Momente immer kostbarer werden und wie sich oft eine Art Wehmut über meinen Alltag legt.
Klar, man kann sowieso nie wissen was als Nächstes passiert, aber dennoch ist es ein irrsinniges Privileg, dass wir als Familie nach wie vor gemeinsam im Winter die Pisten runterbrettern dürfen, im Sommer alle zusammen im Meer schwimmen und allen voran auch noch Gespräche auf geistiger Augenhöhe führen können. Nichts davon ist selbstverständlich und genau das sollte man sich immer wieder vor Augen führen.
Als Kind hat man kein Verständnis dafür was Zeit überhaupt bedeutet – da geht’s maximal darum, dass die letzte Schulstunde so schnell als möglich vergeht, damit man wieder mit seinen Freunden spielen kann. Man denkt weder an gestern und schon gar nicht an morgen. Vielleicht ist das genau das Problem wenn man erwachsen ist – zumindest denke ich selbst schon jetzt an Szenarien die womöglich niemals eintreffen werden. Also - ein Vorsatz für die Zukunft: nicht alles zerdenken und besser im Hier und Jetzt das gemeinsame Miteinander genießen und Erinnerungen schaffen an die man dann später Mal gerne zurückdenken kann.
Hanna Prumofsky, Katholische Kirche
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